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Neue EASA-Tools zur „Unterstützung“ von Drohnenoperationen in der EU

17-10-2025

Die EASA hat die fünfte Aktualisierung ihres Zentrums für Innovative Luftmobilität, des sogenannten IAM Hub, vorgestellt und dabei neue Funktionen hinzugefügt, die – Achtung – „eine bessere Orientierung in der sich entwickelnden Drohnenwirtschaft ermöglichen und die Vorteile der aktualisierten Version 2.5 des SORA-Tools (Specific Operations Risk Assessment) nutzen sollen“.
Manchmal wünschte ich mir, die EASA würde in Sachen Drohnen einfach gar nichts mehr tun, aber die europäischen Beamten geben sich weiterhin große Mühe, das geradezubiegen, was sie zuvor selbst stark verkompliziert haben.

Aus den Informationen, die am Wochenende bekannt wurden, geht hervor, dass die EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) auf ihrer Website neue „Lösungen“ für Drohnenbetreiber und -piloten veröffentlicht hat:

  • EASA Drone Rule Navigator – ein Regelwerk für Drohnen, das Betreibern unbemannter Luftfahrzeuge (UAS) hilft, die Kategorie ihrer Operation zu bestimmen und die jeweils geltenden Anforderungen zu verstehen – Link;
  • Aktualisierte Bevölkerungsdichtekarten (Population Density Data) – sie unterstützen die Bewertung des Bodenrisikos bei unbemannten Luftfahrtoperationen gemäß den Anforderungen von SORA 2.5, einschließlich einer Erläuterung, wie diese Daten erstellt wurden – Link;
  • eSORA-Modul – eine automatisierte Version von SORA 2.5, in der der Betreiber ein unbemanntes Luftfahrzeug aus der EASA-Datenbank auswählen und alle Schritte der SORA durchführen kann: das Zeichnen des Fluggebiets (das System bestimmt automatisch den Operationsbereich und die Bodenrisikopufferzone anhand der gespeicherten Drohnenparameter), die automatische Berechnung der maximalen Bevölkerungsdichte im Operationsgebiet und der durchschnittlichen Dichte im angrenzenden Bereich, die Identifizierung von Gegenmaßnahmen bis hin zur Festlegung des SAIL.
    Das Ergebnis ist ein Entwurf des Antrags auf Betriebsgenehmigung sowie eine Übersicht der ergänzenden Unterlagen, die an die nationale Luftfahrtbehörde (NAA) übermittelt werden müssen.
    Derzeit ist eSORA nur für NAAs verfügbar. Sobald es freigegeben ist, wird es auch Betreibern in dem jeweiligen Land zugänglich gemacht. Im Moment können Drohnenanwender sich lediglich mit der PDF-Anleitung vertraut machen – Link;
  • Aktualisiertes Wirtschafts-Dashboard (Drone Economy Dashboard) – enthält Daten zu Registrierungen, Zertifikaten und Genehmigungen, die in jedem EASA-Mitgliedsstaat erteilt wurden – Link.

Das hochtrabend benannte EASA Drone Rule Navigator ist im Grunde nur ein Auswahlformular, in dem man die Art der Operation angibt und anschließend ein paar Fragen mit „JA“ oder „NEIN“ beantwortet – was in den meisten Fällen zur Antwort führt:
„Die von Ihnen beschriebene Operation weist auf ein hohes Risiko hin. Bitte nutzen Sie das eSORA-Modul…“


EASA Drone Rule Navigator


Was das eSORA-Modul betrifft – es ist für Anwender gar nicht zugänglich, sondern nur für Luftfahrtbehörden wie unser polnisches ULC (und andere europäische). Zum Trost kann man sich immerhin die Bedienungsanleitung durchlesen (siehe PDF-Link oben).

Vielleicht werfen wir wenigstens einen Blick auf die Statistikdaten? Es gibt zwei Möglichkeiten: Das Drone Economy Dashboard, also Statistiken zu Ländern, die nach den EASA-Regeln arbeiten. Sehen wir uns Polen an:

 

EASA Drone Economy Dashboard

 

Wenn die Statistiken für andere Länder ebenso veraltet sind wie die für Polen (aktuell haben wir über 403.000 registrierte Betreiber, über 296.000 A1/A3-Piloten und über 43.000 A2-Piloten – Quelle), dann lohnt sich das Durchsehen wohl kaum…
Ich habe dennoch auf Deutschland geklickt – dort: 842 erteilte Genehmigungen, 680.000 registrierte Betreiber, 400.000 A1/A3-Piloten, 25.000 A2-Piloten, aber nur 1.700 Piloten in der STS-Kategorie (in Polen: über 12.700). Trotz der geringeren Zahl an STS-Piloten wirkt der Markt in Deutschland deutlich besser, insbesondere in Bezug auf die Anzahl der erteilten Genehmigungen (in Polen sind es seit Monaten kaum 5–7 pro Monat).

Zum Schluss noch ein Blick auf die Bevölkerungsdichtekarte unter SORA 2.5, mit der neuen Einteilung in Cluster <5, <50, <500 usw. und einer Clustergröße von 200 × 200 m, um Operationen bis 150 m Höhe abzudecken.
Schade nur, dass dies kein wirklich praktisches Werkzeug ist, denn laut Beschreibung der Karte gilt:
„DIESE KARTE DIENT AUSSCHLIESSLICH DEMONSTRATIONSZWECKEN UND KANN VERÄNDERT WERDEN“ – also operativ unbrauchbar.
Zudem zeigt die Karte nur statische Daten, berücksichtigt weder Tageszeit noch Bevölkerungsbewegungen. Es handelt sich schlicht um statische Informationen über potenziell im Gebiet wohnende Personen.
Welche Karte sollen also Betreiber verwenden, die Anträge nach SORA 2.5 einreichen möchten?


EASA Density Map (SORA 2.5)

 

Wie die EASA stolz verkündet:
„Seit dem Start im Dezember 2023 ist der Hashtag #IAMHub zu einem digitalen Raum für alle Akteure geworden, die an der Entwicklung von Drohnen- und Elektroflugdiensten in ganz Europa beteiligt sind.“
Ich habe jedoch den Eindruck, dass dieser Ort weder in Polen noch im übrigen Europa besonders häufig von Drohnenanwendern besucht wird.
Quelle